Windenergie in Nordrhein-Westfalen

NRW, traditionell industriell geprägt, ist Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland und ein wichtiger Treiber der Energiewende. Das Land setzt auf Windenergie als Schlüssel zur Klimaneutralität bis 2045 und schafft verstärkt attraktive Bedingungen für Windparkprojekte.

Letzte Aktualisierung: April 2026

Luftaufnahme von Düsseldorf mit Rheinturm, Rhein und Rheinkniebrücke.

NRW in der Energiewende: Herausforderungen und Windkraftpotenziale

NRW, das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands, geht in puncto Erneuerbaren-Ausbau mit vollem Elan voran. Traditionell bekannt für seine Schwerindustrie und den Kohlebergbau, setzt Nordrhein-Westfalen nun verstärkt auf die Kraft des Windes, um das Bundesziel zu erreichen: Klimaneutralität bis 2045. Kein Zweifel: Windkraftanlagen stellen eine tragende Säule in der Energiewende des Landes dar.

Für Projektentwickler bietet NRW damit ein hohes Potenzial für neue Windenergievorhaben, verbunden mit der Notwendigkeit, spezifische Herausforderungen wie die hohe Bevölkerungsdichte und infrastrukturelle Gegebenheiten zu meistern.

Windenergie in NRW: So sieht die aktuelle Situation aus

3.871

Windenergieanlagen 2025 in NRW

Nordrhein-Westfalen hat in den letzten Jahren beim Ausbau der Windenergie beachtliche Fortschritte gemacht. Ende 2025 drehten sich in NRW 3.871 Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von rund 9.074 MW. 

Dies entspricht 13,3 Prozent der bundesweiten Leistungskapazitäten und platziert NRW auf Rang 4 im Bundesländervergleich, nach Niedersachsen (20,5%), Schleswig-Holstein (14,1%) und Brandenburg (14%).

Hierfür hat Nordrhein-Westfalen sowohl beim Ausbau als auch bei den Genehmigungen 2025 ordentlich Tempo gemacht: Im Rekordjahr 2025 wurden in NRW 256 Windräder mit einer Leistung von 1.346 MW in Betrieb genommen. 2024 waren es noch 154 WEA mit 748 MW Leistung.

Auch bei den Genehmigungen nimmt NRW einen Spitzenplatz ein: Insgesamt wurden 2025 in NRW 6,1 GW genehmigt, was mehr als einem Drittel aller genehmigten Windenergieanlagen entspricht.

Rund 9,1 GW

Gesamtleistung 2025

Und wo befinden sich die Windenergie-Hotspots in NRW? Hier reicht ein Blick an die Randregionen des Landes. Ganz vorne mit dabei: der Hochsauerlandkreis, der mit beeindruckenden 12.426 Hektar Flächenpotenzial den ersten Platz belegt. Aber auch in den Kreisen Höxter (11.591 ha), Euskirchen (8.665 ha), Paderborn (8.348 ha) und Steinfurt (7.211 ha) weht ein kräftiger Wind, der Projektentwickler aufhorchen lässt. Dies geht aus dem LANUV-Fachbericht 142 „Flächenanalyse Windenergie Nordrhein-Westfalen“ hervor.

Nicht erst seit gestern setzt Nordrhein-Westfalen auf einen starken Windenergieausbau. Nicht ohne Grund: Gemäß Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) steht NRW vor der Mission, bis 2032 mindestens 1,8 Prozent seiner Landesfläche für die Nutzung von Windenergie auszuweisen. Bereits in 2026 soll dieses Ziel erreicht werden können.

13,3 %

Anteil an Deutschlands Gesamtbestand (in MW)

Angesichts der aktuellen bundesweiten Ausweisung von effektiv etwa 0,73 Prozent der Fläche erfordert diese Vorgabe eine signifikante Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren, um die Windenergievorhaben schneller in Gang zu setzen.

Damit in Nordrhein-Westfalen mehr Schwung in die Genehmigungspraxis kommt, hat die Landesregierung die Task Force „Ausbaubeschleunigung Windenergie NRW“ ins Leben gerufen, welche seit September 2025 in der weiterentwickelten Task Force „Industrie- und Energietransformation“ fortgeführt wird. Als zentrale Hebel hat die Task Force neben höherer Flächenbereitstellung und vereinfachter Genehmigungsverfahren auch Bürgerbeteiligung identifiziert.

Das Ziel: mindestens 1.000 zusätzliche Windkraftanlagen bis 2027. Sicher ist in jedem Fall, dass das Land mit dieser Initiative auf den dringenden Handlungsbedarf reagiert, der durch die Energiekrise und die wachsenden Anforderungen an die Stromversorgung der energieintensiven Industrien des Landes entstanden ist. Ganz zu schweigen davon, wie wichtig dieser Beitrag zur Erreichung des Bundesziels von 145 GW installierter Windenergieleistung ist.

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Rahmenbedingungen für den
Windenergieausbau in NRW

Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat noch weit mehr Weichen gestellt, um die Rahmenbedingungen für den Windenergieausbau optimal zu gestalten. Ein wichtiger Meilenstein war hierbei die Veröffentlichung des Erlasses zum beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien am 28. Dezember 2022.

Dieser Windenergie-Erlass ermöglicht weitreichende Erleichterungen, insbesondere beim Ausbau der Windenergie im Wald. So stehen Kalamitätsflächen und Nadelwaldflächen nun landesplanerisch regelmäßig für die Windenergienutzung zur Verfügung.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Unterzeichnung der „Gemeinsamen Absichtserklärung zur Optimierung, Beschleunigung und Unterstützung von Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen in NRW“ im Februar 2023.

Diese „Regionale-Initiative Wind“ fördert die enge Zusammenarbeit zwischen Bezirksregierungen, Kreisen und kreisfreien Städten, um Genehmigungsverfahren zu optimieren und zu beschleunigen. So erklärt sich auch der genannte Anstieg der Anzahl genehmigter Windkraftanlagen in NRW.

In diesem Rahmen wurde eine neue Planungshilfe für Kommunen vorgelegt, die Städte und Gemeinden bei der Ausweisung von Flächen für Windenergieanlagen unterstützt. Diese Hilfe beantwortet planungs- und genehmigungsrechtliche Fragen und erläutert das neue Instrument der Positivplanung. Sie legt den Fokus auf die gezielte Ausweisung von Flächen, die ausdrücklich für den Bau von Windenergieanlagen in NRW genutzt werden sollen.

Anstatt also Gebiete zu definieren, in denen Windkraft ausgeschlossen ist, ermöglicht die Positivplanung eine proaktive Flächenauswahl. Kommunen können so im Vorfeld festlegen, wo Windenergieprojekte realisiert werden können, was Genehmigungsverfahren deutlich vereinfacht. Die Einrichtung der Regional-Initiativen Wind (RIW) trägt außerdem dazu bei, die Fachkompetenz in den Genehmigungsbehörden zu stärken und Verfahren zusätzlich zu optimieren.

Eingeschränkt bzw. gelenkt wird der Ausbau derzeit durch § 36a LPlG. Dieses zeitlich begrenzte Instrument beschränkt den Windenergieausbau außerhalb von bestehenden oder geplanten Windenergiebereichen.

Auch mit dem Faktor Digitalisierung lassen sich Planungs- und Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen beschleunigen. Das Artenschutzfachbeitrag-Tool (AFB-Tool) aus NRW etwa automatisiert behördliche Prüfungen für Windenergieanlagen, in dem ein Artenschutzfachbeitrag per Knopfdruck erstellt werden kann.

Für Projektentwickler bietet NRW somit attraktive Rahmenbedingungen: ausgezeichnete Windverhältnisse, klare rechtliche Vorgaben und effizientere Genehmigungsverfahren.

Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung ist grundsätzlich positiv, wie aus einer bundesweit durchgeführten Umfrage der Fachagentur Windenergie an Land hervorgeht. 70 Prozent der Befragten betrachten die Nutzung und den Ausbau der Windenergie an Land im Rahmen der Energiewende als „wichtig“ oder „sehr wichtig“.

Besonders positiv ist die Einstellung derjenigen, die bereits Erfahrungen mit Windenergieanlagen in ihrem Wohnumfeld haben: 73 Prozent dieser Gruppe sind mit den bestehenden Anlagen einverstanden. Beide Zustimmungswerte fallen etwas geringer aus als in früheren Jahren.

Die NRW-Landesregierung möchte die Akzeptanz aufrechterhalten und hat mit dem Bürgerenergiegesetz (BürgEnG) einen innovativen Ansatz gewählt, um die lokale Beteiligung an Windenergieprojekten zu fördern. Betreiber von Windenergievorhaben müssen demnach Anwohnern und Gemeinden im Umkreis von 2,5 km um die Anlage Beteiligungsmodelle anbieten.

Dies kann eine finanzielle Beteiligung an der Projektgesellschaft oder vergünstigte lokale Stromtarife umfassen. Obendrein informiert eine neue „Transparenzplattform NRW“ die Bürger über beteiligungsberechtigte Windenergie-Projekte, was zu mehr Akzeptanz beiträgt.

Mehrere Windräder auf grüner Landschaft unter blauem Himmel in Nordrhein-Westfalen.
Mann arbeitet an einem Schreibtisch am Laptop, im Vordergrund sieht man drei Windradmodelle und Baupläne.

Windenergieprojekte in NRW: Potenziale nutzen und umsetzen

Nordrhein-Westfalen entwickelt sich zu einem wichtigen Partner für den Ausbau der Windenergie in Deutschland. Für Projektentwickler bietet das bevölkerungsreichste Bundesland nicht nur eine hohe Stromnachfrage und ehrgeizige Klimaziele, sondern auch konkrete Initiativen zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Die zunehmende Ausweisung von Windvorranggebieten, die Förderung der Windenergie im Wald und die optimierte Zusammenarbeit der Behörden schaffen ein verbessertes Umfeld für die Realisierung von Windparks. Projektentwickler finden in NRW die Möglichkeit, an einem dynamischen Windenergiemarkt mitzuwirken und einen signifikanten Beitrag zur Versorgungssicherheit und Klimaneutralität in einer der wichtigsten Industrieregionen Europas zu leisten.

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